5. EUROPACHAMPIONAT SPORT für VOLLBLUTARABER

Extreme Wetterbedingungen, heftigste Regenfälle, hervorragende Stimmung, sehr gute Leistungen, zehn Nationen am Start.


Zum fünften Mal fand dieses Europachampionat nun statt - zum vierten Mal in Stadl Paura - das sich

mehr und mehr zur Heimstatt des Vollblutaraber-Europachampionats im Sport etabliert. Große Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft von seiten Stadl Paura tragen viel mit zu der sehr guten Stimmung unter den Teilnehmern bei, die diese EM auszeichnet.


Neben den Nationen Deutschland, Schweiz, Holland, Norwegen, Schweden, die bereits regelmäßig starten, sind heuer erstmals Frankreich, Ungarn, Polen und Italien angetreten.


Polen und Italien konnten gleich beim ersten Dabeisein mit einer Goldmedaille verdient nach Hause fahren. Der Fahrer Pacifico Salvatore, in hocheleganter Anspannung mit dem Rapp-Hengst ARC

Black Sheikh, war eine Augenweide und überzeugte mit hervorragenden Bewertungen - die Goldmedaille war ihm sicher.


Österreich holte sich mit Harald Lackinger und seinem Makari in amerikanischer Anspannung die Bronzemedaille. Lackinger taktierte und mutete seinem Pferd nicht zuviel zu, verzichtete auf den Marathon und seine Rechnung ging auf.

 

Der zweite sehr erfolgreiche Neuling war Agnesza Olszewska mit Niniwa aus Polen. Nach dem unglücklichen Sturz von Marion Schulz aus Österreich konnte sie auch den Vorjahrs Europameister Thomas Beßler mit Calina 47 auf Rang zwei und in die Silbermedaille verweisen.


Erfreulich für Österreich war die Leistung der noch jungen Khen Saabis Nashita mit Stefan Hirnböck, die sich im Springen und im Classic Allround Europa Championat Bronzemedaille holten.


Die Allround Wertung in den Klassischen Bewerben wurde heuer durch die Einführung des Bewerbes Classic Pleasure aufgewertet.

Für den Allround Champion Titel in dieser Disziplin muss entweder Dressur oder Springen als Pflichtbewerb neben der Exterieur Bewertung Typ & Conformation gestartet werden.

Classic Pleasure, ein Gruppenbewerb, der die korrekten Bewegungen in den Gangart Schritt, Trab, verstärkter Trab, Galopp und verstärkter Galopp sowie Rückwärtsrichten bewertet, wurde sehr gut

angenommen.

Ein Workshop vor der EM mit der US Trainerin Catharine Rich hat zum besseren Verständnis des

neuen Bewerbes beigetragen. Gleichzeitig gab es ein Fortbildungsseminar für Richter, das sowohl von

in- als auch von ausländischen Richtern besucht wurde.


In der Dressur gingen alle Medaillen der Europameisterschaft nach Deutschland, der einzige

Österreicher Padrons Khen Saabi, der im St. Georg mithalten hätte können, fiel leider verletzungsbedingt aus.

Auch Ben Ali musste nach einer Verletzung auf der Rennstrecke aufgeben. Damit blieben alle Chancen auf eine Medaille in diesem Bewerb für Österreich buchstäblich „auf der Strecke".


Die Medaillen in den Westernbewerben, Domäne der Österreicher, wurden hart umkämpft. Was

die Dressur für die Deutschen, waren Trail und Reining für die Österreicher - alle Medaillen blieben

im Land!

Sigrid Eibensteiner und Ibn Khamseh konnten sich am besten auf den aufgeweichten Platz und den strömenden Regen einstellen und verwiesen Manuela Kirsteuer mit Effendi auf den zweiten

Platz. Trotz der widrigen Umstände zeigten beide eine sehr gute Leistung, weit vor allen anderen. El Sennhara mit Eileen Preindl holte dann noch verdient die Bronzemedaille für Österreich.

 

In der Reining war der Europameister von 2004, der Hengst Baikal, mit seiner neuen Trainerin Doris

Pfann unschlagbar und holte sich abermals Gold. Die schweren Regenfälle machten einen Start auf dem Außenplatz unmöglich und es musste in der Halle, die sicherlich nicht den geeigneten Boden für eine Reining (NRHA 7) hat, geritten werden.

 

Sehr erfreulich war auch die Leistung der jungen Shiney Muscalena mit Martina Hable - verdient trugen sie die Silbermedaille in dieser Disziplin nach Hause - gefolgt von Effendi und Manuela Kirsteuer.

Effendi punktete zusätzlich noch in der Allround Wertung Western mit der Silbermedaille, Ibn Khamseh holte Bronze All Round.

In Western Pleasure konnte Sigrid Eibensteiner mit Ibn Khamseh Silber gegen starke deutsche Konkurrenz erringen.

Von 17 Teilnehmer aus Österreich wurden 2 Goldmedaillen, 4 Silbermedaillen, 6 Bronzemedaillen

errungen - ein sehr erfreuliches Ergebnis für unser Team.

Für nächstes Jahr ist der Termin bereits festgelegt und zwar 3. - 5. August 2007 und die Europameisterschaft der Vollblutaraber im Sport bleibt abermals in Stadl Paura.


Text: Elisabeth Chat

Fotos: Gudrun Waiditschka