Vollblutaraber Weekend in Wr. Neustadt

österreichische Meisterschaft, Niederösterreichische Meisterschaft und ECAHO C Schau 26.-28. August 2005

Ein Wochenende für Sport und Zucht gleichermaßen, in sehr harmonischer Atmosphäre und herrlichem Ambiente auf dem WTC Schulz in Wiener Neustadt. Veranstaltet und großzügig gesponsert vom Verband der Vollblutaraber Züchter Österreichs.

Vollblutaraber sind nach wie vor eine Rasse mit etwas mehr als dreihundert Züchtern und nicht ganz 1800 Pferden total in ganz österreich. Das zum besseren Verständnis der Nennzahlen, 45 in der Schau und 22 im Sport. 172 Starts an drei Tagen in der nationalen Halterschau, Reining, Trail, Horsemanship, Western Pleasure, Classic Pleasure, Dressur , Dressurfahren, Hindernisfahren und Pole Bending zeigt die Vielfalt der Bewerbe, wie bei den Vollblutaraber- Turnieren üblich.

Hervorragende Richter aus allen Teilen Europas und österreichs trugen dazu bei, dass das Leistungsniveau von Jahr zu Jahr steigt. Schwere Reining und schwerer Trail gehören schon einige Jahre zum hohen Niveau der österreichischen Meisterschaft. Erstmals war heuer die Sichtung für die EM ein Prix St. Georg.

Die österreichische Meisterschaft war gleichzeitig die Qualifikation für die vom 16.-18. September in Stadl Paura stattfindende Europameisterschaft der Vollblutaraber. Vorweggenommen... 18 Pferde haben sich für die Europameisterschaft qualifiziert (in Western, Dressur, Springen, Fahren).

Besonders stark, wie auch schon in den letzten Jahren, die Westernreiter. Hier besonders auffallend die Vielseitigkeit der Pferde und die starke Damenriege. Die Titel des österreichischen Meisters und des Niederösterreichischen Meisters gingen ausschließlich an das weibliche Geschlecht.

Besonders stark, wie auch schon in den letzten Jahren, die Westernreiter. Hier besonders auffallend die Vielseitigkeit der Pferde und die starke Damenriege. Die Titel des österreichischen Meisters und des Niederösterreichischen Meisters gingen ausschließlich an das weibliche Geschlecht.

Als Spezialität der Vollblutaraber wird auch ein All Around Champion-Titel vergeben. Es wird hier die Vielseitigkeit im Sport und der Rassetyp bewertet und zusammengezählt. Aus den sportlichen Platzierungen ergeben sich Punkte und diese werden zu den Punkten aus der Bewertung des Exterieurs dazugezählt. Trotz sportlichem Einsatz soll der Vollblutaraber seinen Rassetyp nicht verlieren.

Manuela Kirsteuer und Effendi waren das erfolgreichste Paar des Turniers. In bewährt souveräner Manier holten sie sich den Titel öM Gold in Pleasure, Silber im Trail und Bronze in der Reining. Ibn Khamseh mit Sigrid Eibensteiner folgte dicht darauf, öM Trail, Vize öM Pleasure und 4. Platz in der Reining. Damit wurde Manuela Kirsteuer mit Effendi All Around Champion Western der schweren Kategorie vor Sigrid Eibensteiner mit Khamseh Vize All Around Champion.

Perado mit seiner neuen Reiterin Daniela Mantler war sehr überzeugend: öM Gold in der Reining, 4. Platz Trail und 6. Platz Pleasure zeigten ein sehr präzise und fein gerittenes Pferd. Eine Hoffnung mehr für die EM.

Bei den Fahrern kam heuer aus verschiedenen Gründen die erforderliche Starteranzahl für die öM nicht zustande. Es wurden die Bewerbe jedoch für die Qualifikation für die EM durchgeführt. Dressur Fahren FEI 3, Pleasure Driving und Hindernisfahren. Der Hindernisparcours in bewährter flüssiger Manier, gebaut von Heinz Schmid, zeigte eine sehr gut vorbereitete Espinosa Qahira, gefahren von Alexandra Moosburger. Nachdem diese Stute auch noch unter dem Sattel in Classic Pleasure vorgestellt wurde, errang sie zum Fahr All Around Champion auch noch den Vize Champion in der schweren Classic All Around-Wertung. Dazu war sie auch der Sieger in der Exterieurbewertung – eine schöne sehr talentierte Stute.

Die Dressierer wurden im Hinblick auf den hohen Schwierigkeitsgrad der Europameisterschaft mit hohen Anforderungen konfrontiert. öM M4 und Nö Meisterschaft M2, Sichtung Prix St. Georg.
Das waren nun doch für manche zu hohe Vorgaben. Drei haben es trotzdem geschafft. Der bewährte Padrons Khen Saabi mit seiner neuen Reiterin Elisabeth Waldbauer wurden nicht nur österreichischer und Niederösterreichischer Meister, das Duo schaffte als einzige die Qualifikation für die Dressur EM mit einem sehr gut gerittenen Prix St. Georg.

Die beiden dieses Jahr erstmals angetretenen Reiter Dr. Ernst v. Gimborn mit Broschinka Silber öM und Nö Meisterschaft sowie Isabella Bauer mit Shahra Bronzemedaille, werden österreich anlässlich der EM in den All Around-Bewerben vertreten.

Padrons Khen Saabi ist durch Jahre sehr gezielt aufgebaut worden und ist ein ganggewaltiger, sehr schöner Hengst, was auch mit dazu beitrug, dass er auch den All Around Champion-Titel Klassisch in der schweren Kategorie errang.
Natürlich gab es an diesem Turnier auch leichte und mittelschwere Bewerbe. Sehr erfreulich, dass einige Jugendliche mit sehr guten Pferden nachrücken.

Sonja Dries mit Manavka, All Around Champion in der leichten Kategorie Western und Elisabeth Göbel mit Bandur in der mittelschweren Kategorie All Around Champion klassisch.

Es rücken aber auch junge Pferde nach, eine Tochter des Dressur-Spezialisten Padrons Khen Saabi, Khen Saabis Nashita, wurde bei ihrem Debüt All Around Champion klassisch in der leichten Kategorie, geritten von Elisabeth Waldbauer. Malik Ibn Muscateal letztes Jahr vom Verletzungspech verfolgt, geritten von Mario Bauer, wurde österreichischer Vizemeister in der Reining.

Im Trail wurde Euzer mit Werner Görtler Bronzemedaillen-Gewinner der öM mit einer deutlichen Leistungssteigerung zum Vorjahr. Nach dem vierten Platz in der Pleasure könnte Euzer auch bei der EM mithalten. In jedem Fall ist er im Team Austria mit dabei. Eine weitere Leistungssteigerung ist auch Eileen Preindl mit dem schönen El Sennhara gelungen. Der Titel All Around Champion der mittelschweren Kategorie in Western zeigt das. Eysha Bint Muscateal und Gerhard Hairas haben mit der Bronzemedaille in der Pleasure ebenfalls den Einzug ins EM-Team geschafft.

Der Termin für 2006 ist bedingt durch die World Equestrian Games in Aachen und auch um mehrere internationale VA-Termine besser in den Turnierplan der Starter einzubauen, auf Ende Juni vorverlegt worden. Wiederum am gleichen Ort in WTC Schulz, wo die hervorragende Infrastruktur mit zwei Hallen, solide Boxen mit Selbsttränkern und sehr gepflegtes Ambiente, liebevolle Betreuung durch Helmut Schulz und sein Team sowie eine hervorragende Meldestelle unter Gerda Langer mit zu einem sehr angenehmen Turnierklima beitragen.

(Text: Elisabeth Chat
Fotos: Gudrun Waidischka, Gerda Langer)